von Yvonne Steplavage
Auf dieser Seite finden Sie einen chronologischen Abriss der Geschichte und Entwicklung der dänischen Hauptstadt Kopenhagen.
Mit der Brommekultur (bezeichnet nach der Fundstätte Bromme auf Seeland) begann zwischen 10.000 und 7.400 v. Chr. die nacheiszeitliche Besiedlung der dänischen Insel Seeland. Die dortigen Siedler jagten vor allem Rentier und Elch. Zwischen 720 bis 1050 n. Chr. eroberten die Wikinger als Krieger, Seefahrer und Bauern die Insel. Ihr damaliger König, Harald Blauzahn, vereinte im Jahre 980 ganz Dänemark.
Kopenhagen (dänisch København = Kaufmannshafen) wurde erstmalig 1043 als Hafn bzw. Höfn erwähnt. Im 12. Jahrhundert entwickelte sich Dänemark zu einer Großmacht im Ostseeraum. In dieser Zeit, und zwar im Jahr 1167, gründete Bischof Absalon die Stadt unter dem heutigen Namen. Waldemar I. machte ihm das damalige Fischerdorf zum Geschenk. Im Jahr 1254 erhielt Kopenhagen bereits Stadtrechte. 1369 wurde die Stadt allerdings als unbeliebter Rivale der Hanse zerstört, jedoch innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums wieder aufgebaut. 1416 stattete Erik VII. Kopenhagen mit königlichen Handelsprivilegien aus und die Stadt wurde zu dessen Residenz, im Jahr 1417 schließlich Landeshauptstadt. Mittlerweile zählte Kopenhagen 10.000 Einwohner.
Mehr und mehr entwickelte sich die Stadt zum beliebten Handelsplatz im Ostseeraum. 1449 wurde Christian I. der erste König von Dänemark. Während seiner Regierungszeit entwickelte sich Kopenhagen immer mehr zum kulturellen Mittelpunkt des Landes, und im Jahre 1479 gründete Christian I. schließlich die heutige Universität.
Als 1536 die Reformation Dänemark erreichte, ernannte sich König Christian III. zum Oberhaupt der dänisch-lutherischen Staatskirche. Während der Regierungszeit Christian IV. setzte dieser als Baumeister etliche Maßstäbe für die Ausweitung der Hauptstadt. Es entstanden unter anderem der Runde Turm, die Börse, Schloss Rosenborg und das Viertel Nyboder.
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Jedoch erfuhr die Stadt gerade im 18. Jahrhundert ein erhebliches Wachstum. Zwischen 1746 und 1766 entstand unter Frederik V. das klassizistische Viertel Frederiksstaden um Amalienborg.
Im Jahr 1801 griff während der napoleonischen Kriege der englische General Nelson mit seiner Flotte die dänische Hauptstadt an, sechs Jahre danach erneut. Die Unterstützung Dänemarks der von Napoleon I. verhängten Kontinentalsperre war der Grund. Kopenhagen wurde bei dem letzteren Angriff komplett verwüstet. 1813 erklärte Dänemark den Staatsbankrott. Als Folge musste das Land die Region Norwegen, die bislang zu Dänemark gehörte, abgeben.
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Aufgrund öffentlicher Demonstrationen im Jahr 1848 sah sich König Frederik VII. zu Reformen gezwungen. Diese beendeten den von Frederik II. eingeführten Absolutismus. Daraufhin bekam Dänemark eine liberale Verfassung, die den Bürgern Meinungs- und Versammlungsfreiheit einräumte. Die Macht wurde nun auf den Reichstag übertragen.
Ab 1852 wurde die Besiedlung außerhalb der Wälle Kopenhagens gestattet. Bis dahin versteckte sich die Stadt hinter diesen Befestigungsanlagen. Die Wälle zogen sich von der Kastellet um das Zentrum. Mittlerweile sind diese lediglich durch Straßennamen wie z. B. Vestet Volgade (Deutsche Wallstraße) ersichtlich. Eine Ausnahme bildet hier der Stadtteil Chritianshavn, in diesem die Wälle und Bastionen noch gut zu erkennen sind.
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Als Pioniere anhand diverser Projekte gewann Kopenhagen in der Zeit nach dem Krieg zunehmend Bekanntheit. 1962 entstand die Fußgängerzone Strøget, eine der ersten autofreien Einkaufsstraßen Europas. Und als erstes Land der Welt führte Dänemark die zivilrechtliche Partnerschaft für Homosexuelle ein.
Durch umfangreiche Bauprojekte wurde Kopenhagen stärker in das Verkehrsnetz integriert. Große Projekte waren hierbei z. B. die 1998 in Betrieb genommene kombinierte Brücken-/Tunnelverbindung sowie die am 1. Juli 2000 für den Verkehr freigegebene Øresundbrücke zwischen Kopenhagen und Malmö. Eine weitere bedeutende Attraktion ist die im Jahr 2002 fertiggestellte Metro. Die Besonderheit hierbei ist, dass diese sich fahrerlos fortbewegt.
Die Bewohner der Stadt Kopenhagens galten über eine lange Zeit als arm und politisch links orientiert. Seit 1938 wird sie von Sozialdemokraten regiert. Mittlerweile lässt sich hier jedoch ein Wandel erkennen. Immer mehr kinderlose Paare sowie gut verdienende Singles lassen sich im Zentrum nieder und die Wohnungspreise steigen immer weiter an. Vor allem das selbständige Federiksborg sowie der so genannte “Whiskeygürtel” im Norden von Kopenhagen gilt als Hochburg der Betuchten. Der Name “Whiskeygürtel” kommt daher, da nach Ansicht der einfachen Bevölkerung die dort lebenden Reichen ständig Whiskey statt Bier tränken. Der Süden und Südwesten von Kopenhagen hingegen gilt eher als der proletarische Teil der Stadt. Hier leben viele Menschen mit Migrationshintergrund.
Wie im ganz Dänemark wird in Kopenhagen mit der Dänischen Krone (DKK) bezahlt. In einer Volksabstimmung im Jahr 1992 lehnten 50,7 % der dänischen Bevölkerung den Vertrag von Maastricht ab. Bei einer späteren zweiten Abstimmung hingegen entschieden sich 56,7 % für den Vertrag, nachdem die anderen EU-Staaten Dänemark in einigen Aspekten entgegenkamen. Trotzdem lehnten die Dänen im Jahr 2000 die Einführung des Euro ab. 1996 wurde Kopenhagen zur Kulturhauptstadt Europas erklärt und 2009 fand in der dänischen Hauptstadt der Weltklimagipfel statt.
Heute wohnen von den 5,4 Millionen Einwohnern Dänemarks rund 530.000 direkt in Kopenhagen; im Großraum der Hauptstadt lebt nochmals eine weitere Millionen Menschen.
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