Die dänische Insel Seeland (dän.: Sjælland) ist mit 7.031 qkm die größte Ostseeinsel Dänemarks. Auf ihr leben rund 2,2 Mio Einwohner, die meisten davon in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen (530.000 Einwohner) und ihrer Umgebung, der Region Hovedstaden (1,6 Mio. Einwohner).
Die Insel ist durch mehrere Brücken mit Nachbarinseln und dem schwedischen Westland verbunden. Zwei Brücken führen über den Storstrømmen auf die südlich gelegene Insel Falster. Im Westen wird Seeland durch die Große Belt Querung mit Fünen verbunden, und im Osten führt die 16 Kilometer lange Öresund-Brücke zum benachbarten Malmö in Schweden. Die beiden zuletzt genannten Brücken sind beide Maut pflichtig.
Seeland ist die Insel der Schlösser und Herrenhäuser. Doch auch Freunde des Strandurlaubs kommen hier auf ihr Kosten, insbesondere im Norden der Insel gibt es Kilometer lange Sandstrände.
Nachfolgend sollen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel kurz vorgestellt werden. Dabei bewegen wir uns von Kopenhagen aus erst nach Norden und dann gegen den Uhrzeigersinn rund um die Insel. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen an der dänischen Margeritenroute, die sich fast ausschließlich entlang von Landstraßen durch Seeland schlängelt und zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten des Königreichs führt.
Kopenhagen ist die Hauptstadt Dänemarks und befindet sich im Nordosten der Insel Seeland. Von den 5,4 Millionen Einwohnern Dänemarks wohnen rund 530.000 direkt in Kopenhagen. Die Metropole zählt zu den charmantesten Städten Nordeuropas und ist daher immer ein lohnendes Ziel für eine Städtereise oder Ausflugsziel während eines Urlaubs in Dänemark. Zahlreiche historische Bauten und Denkmäler kann der Besucher hier entdecken. Nähere Informationen zur dänischen Hauptstadt und deren Sehenswürdigkeiten finden Sie in unserem kleinen Städteführer Kopenhagen.
Wer von Kopenhagen aus nordwärts fährt, sollte statt der Autobahn entlang der Küstenstraße in Richtung Helsingør fahren. Dieser Küstenabschnitt entlang des Öresund wird auch als die Dänische Riviera bezeichnet. Bei gutem Wetter mit Blick auf den blauen Sund wird der Reisende verstehen, warum sie diesen Namen trägt. Zahlreiche Yachthäfen, Villen und Strände reihen sich hier aneinander.
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Ein Aufenthalt in Helsingør lohnt jedoch nicht nur bei der Durchreise auf dem Weg nach Schweden, sondern auch ein längerer Besuch ist empfehlenswert, denn in der kleinen Stadt gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu entdecken - allen voran das Schloss Kronborg, das zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Informationen zu den wichtigsten Highlights der Stadt finden Sie im Städteführer Helsingør.
Fährt man von Helsingör einige Kilometer südwestlich, erreicht man in Hillerød das wohl prächtigste Wasserschloss Dänemarks - Frederiksborg Slot. Das Schloss gilt als Nordeuropas schönste und größte Renaissance-Anlage und beeindruckt vor allem durch einen romantischen Lustgarten. Der Eintritt zum Schlosspark ist kostenlos.
Ursprünglich war Schloss Frederiksborg ein Herrenhaus, das Frederik II. 1560 mitsamt Ländereien erworben hatte. Sein Sohn Christian IV. ließ es durch ein Backsteinschloss im holländischen Renaissance-Stil mit aufgesetzten Kupfertürmen ersetzen. Mit Ausnahme von Christian VII. wurden im Schloss Frederiksborg seit dem 17. Jahrhundert alle dänischen Könige gesalbt. Am 16. Dezember 1859 brach ein Brand im Schloss aus, das einen großen Teil davon zerstörte. Durch eine nationale Spendensammlung wurde Frederiksborg Slot bis 1864 restauriert.
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Von diesem Vorhof gelangt man über eine Brücke und einen Durchgang auf der dritten Insel der Schlossanlage. Dessen ältester Teil ist der nördliche Königsflügel. Im Westen des Schlosses entstand später der Kirchenflügel mit Kirchturm, im Ostteil der Prinzessinnenflügel.
Etwa 30 Kilometer westlich von Kopenhagen liegt die alte Domstadt Roskilde. Sie ist nach der dänischen Hauptstadt die zweitgrößte Stadt Seelands und hat wie Helsingør im Nordosten der Insel rund 47.000 Einwohner. Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist die Domkirche, in der sämtliche dänische Könige beigesetzt sind. Doch auch das Wikingermuseum am Roskildefjord zieht Jahr für Jahr Tausende Besucher an. Nähere Informationen zur Stadt und deren Sehenswürdigkeiten finden Sie in dem Städteführer Roskilde.
Etwa 15 Kilometer von Roskilde entfernt liegt der alte Ort Lejre. Er war früher eine wichtige Wikinger-Siedlung, über die das dort befindliche historisch-archäologische Zentrum dem Besucher berichtet. Doch nicht nur Exponate aus der mittelalterlichen Siedlungsgeschichte sind hier zu besichtigen. Auch rekonstruierte Häuser und Höfe aus der Eisenzeit können bewundert werden. Lohnenswert ist auch ein Spaziergang durch den Ort Gammel Lejre mit seinen typisch dänischen Häusern heutiger Zeit. Von Lejre aus ist es nicht mehr weit zu dem Rokoko-Anwesen Schloss Ledreborg mit seiner großen Parkanlage. Den heute noch in Privatbesitz befindlichen Herrensitz erreicht man Ende einer sieben Kilometer langen Allee, der längsten Herrenhofallee Dänemarks. und befindet sich noch heute in Privatbesitz.
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Im Nordwesten von Seeland liegt die rund 27.000 Einwohner zählenden Stadt Holbæk. Erstmals erwähnt wurde Holbæk um das Jahr 1200. Sehenswert ist die kleine Altstadt sowie die St. Nikolaj Kirche, die im Jahre 1872 eingeweiht wurde. Nur vier Kilometer südlich vom Stadtzentrum befindet sich die Kirche von Tveje Merløse. Die zwei charakteristischen Türme sind 20 Meter hoch, jedoch nicht identisch. Der nördliche Turm ist etwas schmaler und auch die Glocken sind kleiner als im zweiten südlicheren Turm. Der au der Kirche geht zurück auf das Jahr 1100, doch wie die unterschiedlichen Baumaterialien zeigen, wurde das Gotteshaus in zwei Abschnitten erbaut. Im unteren Bereich wurden Feldsteine verwendet, während weiter oben Kalkstein als Material diente.
Das sehenswerte Schloss Løvenborg befindet sich ca. 13 Kilometer südwestlich von Holbaek und ist ebenfalls einen Besuch wert. Die Geschichte des Anwesens geht bis ins 12. Jahrhundert zurück.
Die 19.000 Einwohner-Stadt Kalundborg im äußersten Nordwesten Seelands wirkt auf den ersten Blick aufgrund einiger Industrieanlagen nur wenig sehenswert. Fährt man aber weiter ins Zentrum des Ortes, an dem schon in der Bronze- und Eisenzeit Siedlungen standen, findet der Besucher einige sehenswerte Bauwerke. Der Hafen war bereits während der Wikingerzeit das Herz der Stadt. Nicht weit entfernt befindet sich auf einem flachen Hügel die historische Altstadt, die eigentlich aus nicht mehr als ein paar Straßenzügen besteht. Sehenswert ist hier vor allem ein mittelalterliches Steinhaus. Vom Marktplatz aus passiert man auf dem Weg zur Kirche das alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert sowie einige Höfe aus Fachwerk. Wahrzeichen der Stadt ist die romanische Liebfrauenkirche mit ihren fünf Türmen, ein Sakralbau aus dem 12. Jahrhundert.
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Wer von der Insel Fünen aus nach Seeland fährt, kommt mit dieser modernen Sehenswürdigkeit Seelands zuerst in Kontakt, der Großer Belt Brücke. Der Brückenzug Storebæltsbroen ist Teil dieser Querung und verbindet die beiden dänischen Inseln Fünen und Seeland. Der östliche Brückenabschnitt mit Hängebrücke ist 6.790 Meter lang. Das Bauwerk wurde am 14. Juni 1998 offiziell für den Verkehr freigegeben und kann vom Norden des Ortes Korsør aus bestaunt werden. Das Storebælt-Informationszentrum gibt Auskunft über den Bau dieser und anderer großer Brücken in Dänemark.
Korsør ist eine im Jahr 1241 gegründete Hafenstadt am Großen Belt mit rund 15.000 Einwohnern. Bereits 1425 erhielt der Ort durch König Erik von Pommern die Stadtrechte. Im 14. Jahrhundert wurde in Korsør eine Festung anstelle einer älteren Burg angelegt. Von ihr ist heute jedoch nur noch der Turm stehen geblieben. Von der neueren Küstenbatterie "Fæstningen" sind mehrere Gebäudeteile erhalten geblieben, darunter auch ein hübsches, rot bemaltes Fachwerkhaus aus dem Jahre 1826, das heute von mehreren Vereinen der Stadt genutzt wird.
Etwa 15 Kilometer südöstlich von Korsør liegt das rund 6.500 Einwohner zählende, idyllische Städtchen Skælskør, in dem sich ein kurzer Aufenthalt lohnt. Sehenswert sind hier vor allem das hübsche, neugotische Rathaus im älteren Teil des Ortes auf der Westseite des Kanals, der den Binnensee Noret mit der Ostsee verbindet. Direkt nebenan steht die alte Backsteinkirche der Stadt mit ihrem Treppengiebelturm. Zahlreiche Fachwerkhäuser und Höfe aus Kopfsteinpflaster lassen sich in Skælskør entdecken. Zudem ist der Ort ein guter Ausgangspunkt für Bootstouren und andere Ausflüge zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
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Etwa 14 Kilometer weiter östlich von Borreby erreicht der Reisende ein weiteres sehenswertes Schloss an der Südküste Seelands. Holsteinborg Slot wurde zwischen 1598 und 1651 erbaut und befindet sich etwa 13 Kilometer östlich von Skælskør in Südseeland. Ein Wassergraben umgibt das in einer idyllischen Landschaft gelegene Anwesen, das sich seit 1707 in zwölfter Generationen im Besitz der Familie Holstein befindet.
Nicht weit von der rund 41.000 Einwohner zählenden Stadt Næstved liegt der Herrenhof Gisselfeld. Das Renaissance-Schloss wurde 1547 bis 1575 von Peder Oxe errichtet und ist umgeben von einer 40 ha großen Park- und Waldanlage. Hier findet der Besucher zahlreiche Karpfenteiche.
Im äußersten Südosten Seelands am Masnedsund liegt unweit der Brücke zu der Insel Falster die Stadt Vordingborg. Auch diese rund 10.000 Einwohner große Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück. Im Jahre 1241 wurde hier das erste dänische Gesetzbuch verfasst und 1353 wurde in der Burg Vordingborg Königin Margarethe I. geboren. Von dieser Festung aus dem Jahr 1175 ist heute nur noch eine Ruine übrig. Ehemals war die Verteidigungsburg die größte mittelalterliche Burg Dänemarks und auch Ausgangspunkt für Angriffe auf die deutsche Küste. Bis heute erhalten ist lediglich der so genannte Gänseturm, der 1808 als erstes historisches Denkmal Dänemarks unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Burgruine ist heute ein Museum.
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Am Parkplatz bei Stevns Klint befindet sich das Stevns Museum, in dem zahlreiche Fossilien aus dem Kliff ausgestellt sind und die geologische Geschichte der Klippen erklärt wird. Auf der anderen Seite des Parkplatzes steht die Dorfkirche der Siedlung, die in den Jahren 1912 und 1913 aus Kalk- und Fintstein errichtet wurde. Begibt man sich von hier über einen Pfad direkt auf die Klippen zu, fällt sofort die kleine, idyllische Kirche Højerup aus dem 12. Jahrhundert ins Blickfeld, die gefährlich nah am Abgrund steht. Bei ihrem Bau stand sie noch 50 Meter von der Klippe entfernt. Heute droht sie aufgrund anhaltender Erosion ins Meer zu stürzen. Der Chorraum wurde bereits 1928 Opfer der Abtragungen durch die Ostsee. Seitdem sollen verschiedene Stabilisierungsmaßnahmen das völlige Abrutschen der Kirche verhindern. Neben der Kirche Højerup führt ein Pfad zum Strand unterhalb der Klippen von Stevns Klint.
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Die rund 35.000 Einwohner zählende Hafenstadt Køge liegt etwa sieben Kilometer nordwestlich von dem Renaissanceschloss Vallø entfernt und rund 40 Kilometer südlich von Kopenhagen. Die 35.000 Einwohner zählende Stadt ist vor allem für ihre malerische Altstadt bekannt und zählt zu den besterhaltenen Mittelalterstädten in ganz Dänemark. Es sind nicht prächtige Schlösser oder eine Domkirche, die Køge so sehenswert machen. Vielmehr machen die zahlreichen Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert die Stadt zu einer Attraktion. Es lohnt daher ein Bummel durch die vielen kleinen Gässchen der Stadt. Dabei sollte auch der Nicolaikirche aus dem 14. Jahrhundert ein Besuch abgestattet werden. Ihr Treppengiebelturm ist in den Sommermonaten für die Öffentlichkeit zugänglich. Sehenswert ist auch das örtliche Heimatmuseum, das in alten Fachwerkhaus aus dem Jahre 1619 untergebracht ist und einen Einblick in das Leben der Einwohner Køges im Mittelalter vermittelt.
In unserer Bildergalerie Seeland finden Sie zahlreiche Fotos von der größten Ostseeinsel Dänemarks sowie einige Erläuterungen zu den aufgenommenen Sehenswürdigkeiten.
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