Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen

Text von Yvonne Steplavage

Die Hauptstadt des Königreichs Dänemark verfügt über ein umfangreiches kulturelles Angebot mit einer Vielzahl an Sehenswürdigkeiten. Im historischen Zentrum der Stadt lassen sich die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß auf einem Stadtrundgang erreichen. Für weitere Strecken steht ein breites Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln zur Verfügung. Für Reisende, die nur wenig Zeit mitbringen können, bietet sich alternativ eine Bootstour durch die Kanäle der Stadt an. Hierbei gewinnt der Besucher einen kleinen Eindruck von der großen und faszinierenden Metropole Dänemarks. Im Folgenden sollen die bedeutendsten Attraktionen vorgestellt werden.


Die kleine Meerjungfrau (De Lille Havrue)

Die Kleine Meerjungfrau

Die Kleine Meerjungfrau - Wahrzeichen der Stadt Kopenhagen

Die kleine Meerjungfrau ist die berühmteste Sehenswürdigkeit der dänischen Hauptstadt und Wahrzeichen Kopenhagens. Die an ein Motiv aus einem Märchen von Hans Christian Andersen angelehnte Bronzefigur befindet sich an der Uferpromenade der Langelinie. Tag für Tag tummeln sich um die kleine Meerjungfrau eine große Zahl an Touristen mit ihren Kameras. In vielen Fotoalben sowie auf etlichen PCs der Welt prangt sie als Erinnerung an die Zeit in Kopenhagen.

Der Bierbrauer Carl Jacobsen erteilte dem Künstler Edvard Eriksen den Auftrag zur Herstellung dieser wunderschönen Bronzefigur. Die kleine Meerjungfrau wurde nach dem Gesicht der Primaballerina sowie dem Körper der Ehefrau des Künstler gestaltet. 1913 wurde das Kunstwerk schließlich aufgestellt. Eindrucksvoll ist vor allem ihr sehnsüchtiger Blick, der hinaus aufs offene Meer geht. Schon etliche Besucher hat dieser in seinen Bann gezogen. Leider fiel das Werk schon öfter Vandalismus zum Opfer.

Im März 2010 hat die kleine Meerjungfrau eine große Reise angetreten. Von Mai bis Oktober des selben Jahres besteht nämlich die Möglichkeit, sie auf der Weltausstellung in Shanghai zu bewundern.

Befindet sie sich nicht auf Tour, so ist die Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen mit dem Bus (Linien 1 A, 15, 19, 26, 29) und der S-Bahn (Station Østerport) zu erreichen.
 

Kastellet

Unweit der Kleinen Meerjungfrau im östlichen Stadtzentrum befindet sich die Kaserne "Kastellet", eine fünfeckige Befestigungsanlage, deren Bau bis auf König Christian IV von Dänemark zurückgeht. Er ließ nördlich des Schlosses Amalienborg im Jahre 1626 einen Befestigungswall errichten. Als offizielles Gründungsjahr der Festungsanlage gilt jedoch das Jahr 1664. Heute gehört sie dem dänischen Militär. Innerhalb der Festung befinden sich neben historischen Gebäuden auch eine alte Windmühle und eine hübsche Kirche. Der Eintritt in die historische Anlage ist kostenlos.
 

Gefion Brunnen

Gefion Brunnen

Der sehenswerte Gefion Brunnen

Unweit der Kastellet und der kleinen Meerjungfrau befindet sich der sehr sehenswerte Gefion Brunnen. Er zählt zu den schönsten Springbrunnen der Stadt und wurde 1908 von dem Künstler Anders Bundgaard gestaltet. Der Brunnen zeigt die Statue der Göttin Gefion aus der germanischen Mythologie, die ihre vier Söhne in Ochsen verwandelt haben soll. Die Sage erzählt, das Ochsengespann habe beim Pflügen aus der Mitte Schwedens ein großes Loch gerissen und die Landmasse in die Ostsee geschleudert. Das Loch in Schweden bildet heuten den Vänern-See. Aus dem herausgerissenen Landstück soll die Insel Seeland entstanden sein.

Auf der Westseite des Brunnens steht die St. Albans-Kirche aus dem 19. Jahrhundert. Sie ist Zentrum einer kleinen anglikanischen Gemeinde in Kopenhagen.
 

Amalienborg Slot

Schloss Amalienborg

Schloss Amalienborg

Das Rokokoschloss, das sich nicht weit vom Stadtzentrum befindet, ist seit 1794 der Wohnsitz der königlichen Familie. An dieser Stelle befand sich bis 1689  ein kleineres Schloss, das Sophie Amalie (Ehefrau Frederiks III.) erbauen ließ und welches nach ihr benannt wurde. Es wurde jedoch durch einen Brand zerstört. Ab 1750 entstanden an der Stelle vier Rokokopalais, die für ebenso viele Adelsfamilien bestimmt waren.

Im südöstlichen Palais (Christian IX´s Palae) lebt Königin Margarethe II. mit ihrem Mann, Prinz Henrik. Das nordöstlichen Palais (Frederik VIII. Palae) wurde 2008/2009 komplett renoviert. Jetzt wohnt hier der Kronprinz mit seiner Familie. Im nordwestlichen Palais (Christian VIII.´s Palae) ist ein Museum für das Glücksburgische Königsgeschlecht untergebracht, und das südwestliche Palais (Christian VII´s Palais) ist mittlerweile für repräsentative Zwecke bestimmt.

Das vom dänischen Architekten Niels Eigtved entworfene Schloss Amalienborg gilt als eine Besonderheit in der europäischen Architektur. Mitten auf dem Schlossplatz, über den auch Autos fahren dürfen, befindet sich eine Statue Frederiks V., welche durch den französischen Bildhauer Jacques Francois Joseph Saly (1717 – 1776) erbaut wurde.

An der aufgezogenen Flagge auf dem Schloss lässt sich erkennen, ob die Königin gerade anwesend ist. Im Falle einer Anwesenheit ihrer Exzellenz findet täglich um 12 Uhr eine Wachablösung mit Fahnenschmuck und Musik statt. Diese gilt vor allem für Touristen als große Attraktion.

Das Schloss ist vom Zentrum aus gut zu Fuß zu erreichen, jedoch auch mit dem Bus (Linien 1 A, 15, 19, 29, 650 S, 901, 902) sowie der S-Bahn (Station Østerpot).
 

Frederikskirche (Marmorkirche)

Vom Schlossplatz von Amalienborg fällt der Blick auf die benachbarte, 84 Meter hohe Frederikskirche mit ihrer großen Kuppel. Aufgrund des verwendeten Baumaterials wird das Gotteshaus häufig auch "Marmorkirche" genannt. Die auffällige Kuppel hat einen Durchmesser von 31 Metern und ist die größte Kirchenkuppel in Skandinavien. Mit dem Bau der Kirche wurde bereits 1749 begonnen, kam aber mehrmals zum Erliegen. Jedoch nach über 100 Jahren als Bauruine wurde das Bauwerk schließlich im Jahre 1894 fertig gestellt.
 

Nyhavn (Neuer Hafen)

Nyhavn

Nyhavn - ein Wahrzeichen Kopenhagens

Dieser malerische Fleck gilt als eine der bekanntesten und größten Attraktionen der dänischen Hauptstadt. Den schönen Anblick mit den farbenfrohen Häusern und romantischen Holzkuttern sollte sich der Besucher Kopenhagens nicht entgehen lassen. Zahlreiche Gaststätten sorgen hier mit kulinarischen Gerichten aus aller Welt für das leibliche Wohl. In ebenso romantischen Pubs besteht die Möglichkeit, den Abend bei einem guten kühlen Bier ausklingen zu lassen. Einzelne Geschäfte lassen noch heute Erinnerungen an die frühere Seefahrt aufleben. Im Jahr 1671 ließ Christian IV. den “neuen Hafen” vom bekannten Platz Kongens Nytorv als Stichkanal zum Hafen anlegen.

Der berühmte Märchenerzähler Hans Christian Andersen besuchte den Hafen regelmäßig. Er bewohnte während diesen Zeiten die Häuser 18, 20 und 67. Immer wieder war er aufs Neue von Nyhavn verzaubert. Das älteste Gebäude am “Neuen Hafen” ist das Haus Nr. 9, das im Jahr 1681 erbaut wurde. Es blieb von dem Großbrand 1728 verschont. Auf diese Weise kann man sich ein Bild vom Baustil des 17. Jahrhundert machen.

Zu erreichen ist Nyhavn mit dem Bus (Linien 15, 19, 26, 1 A, 350 S) sowie der Metro (Station “Kongens Nytorv”).
 

Strøget

Der Strøget gilt als Dänemarks bekannteste sowie Europas älteste Einkaufsstraße. Auch zählt sie mit einer Länge von 1,8 km als eine der längsten Fußgängerzonen auf der ganzen Welt und eine der ältesten Europas. Die Einkaufsmeile beginnt am Rathausplatz, zieht sich über die Straßen Frederiksberggade, Nygade, Vimmelskaftet, Amagertorv und Østergade. Am Kongens Nytorv, dem Königlichen Neumarkt, endet sie schließlich.

Die genannten Straßen gelten als autofreie Zone und Flaniermeile. In eleganten Boutiquen und Desingergeschäften, feinen Delikatessläden sowie farbenfrohen Souvenirshops kann man ausgiebig shoppen. Auch Luxuskaufhäuser wie das “Magasin du Nord” und das “Illum“ befinden sich hier. Der Amagertorv gilt als das Zentrum der berühmten Einkaufsmeile. Bis 1864 wurden hier Obst und Gemüse verkauft. Mittlerweile besteht Amagertorv vorwiegend aus angesagten Geschäften und edlen Cafés. Die Mitte des Platzes wird von dem hübschen Storchenbrunnen geziert.

Auch zahlreiche Hoflieferanten haben sich hier niedergelassen. Ein Beispiel ist die Royal-Copenhagen-Gruppe, zu der u.a.Royal-Copenhagen-Porcelaine, die Holmegard-Glaswerke und Porzellanfabrik Bing & Grøndahl gehören. Jeden Freitag und Samstag besteht für Besucher die Möglichkeit zuzusehen, wie die handbemalten Service hergestellt werden.

Eine weitere Attraktion ist das Haus Nr. 10. Dort gibt es auf vier Etagen zahlreiche skandinavische Möbelklassiker von Arne Jacobsen, Boge Mogensen sowie Finn Juhl. Auch der bekannte schwedische Trip-Trap-Kinderstuhl wird hier geführt. Der Amagertorv ist mit der Metro (Station Kongens Nytorv) sowie mit dem Bus (Linie 350 S) zu erreichen.
 

Tivoli

Vergnügungspark Tivoli

Der legendäre Vergnügungspark Tivoli

Der legendäre Vergnügungspark Tivoli wurde 1843 eröffnet und gilt als eine der größten und meistbesuchten Attraktionen von Dänemark. Er befindet sich direkt in der Innenstadt von Kopenhagen. Selbst Hans Christian Andersen besuchte diesen und war regelrecht von ihm begeistert. Der Vergnügungspark bietet jede Menge Unterhaltung für Groß und Klein, wie z. B. zahlreiche Fahrgeschäfte, für Erwachsene gibt es obendrein Spielautomaten und Achterbahnen. Auch treten hier regelmäßig Livebands auf. Weitere Attraktionen im Tivoli sind das Puppentheater Valmuen, das Spiegel- und Gruselkabinett sowie ein Ringelspiel mit Tieren. Zu den Höhepunkten zählt ebenfalls ein gigantisches Feuerwerk, das immer mittwochs und samstags stattfindet.

Doch ist Tivoli auch ein Park im eigentlichen Sinne mit vielen Blumenbeeten, Bäumen, Seen und Springbrunnen, in dem sich der Besucher bei schönem Wetter vom hektischen Treiben der Großstadt erholen kann. Für Hartgesottene hat der Park aber auch von Mitte November bis Weihnachten geöffnet.

Öffnungszeiten:

Von Mitte April bis Mitte September:
So – Di11.00 – 23.00 Uhr
Mi, Do11.00 – 24.00 Uhr
Fr, Sa11.00 – 01.00 Uhr

Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 85 DKK, für Kinder 45 DKK. Zu erreichen ist der Vergnügungspark mit dem Bus (Linien 2 A, 5 A, 6 A, 10, 12, 14, 15, 26, 29, 30, 33, 40, 47, 48, 67, 68, 69, 173 E, 250 S) sowie der S-Bahn (Station „København H”)
 

Christiansborg Slot

Das heutige Christiansborg Slot entstand 1928 dank diverser Spenden als bereits siebentes Schloss an dieser Stelle. Es befindet sich in der Innenstadt von Kopenhagen auf der Insel Slotsholmen. Die vorherigen Gebäude waren zuvor entweder verfallen, wurden abgerissen oder das Opfer von Bränden geworden.

Heute empfängt die Königin in diesem Schloss Christiansborg ihre Gäste, auch das dänische Parlament tagt hier. Für Kunstliebhaber besteht die Möglichkeit, die königlichen Gemälde bei einer Führung zu bewundern. In Eigeninitiative kann man auch die Ruinen der unter Erzbischof Absalon (1128-1201) entstandenen ersten Burg von 1167, die sich unterhalb des Schlosses befinden, besichtigen.

Christiansborg Slot ist gut mit dem Bus (Linien 1 A, 2 A, 15, 26, 29 , 605 S) zu erreichen.
 

Nationalmuseet

Hierbei handelt es sich um ein sehr schönes klassisches Geschichtsmuseum. In großzügig ausgestatteten Räumen erhält man die Möglichkeit, einen Einblick in die Geschichte von Dänemark von der Eiszeit bis heute zu bekommen. Präsentiert werden im Nationalmuseet auch interessante Funde der Antike, wie z. B. Münzen und Medaillen, ebenso Exponate der Ethographie (völkerkundliche  Forschung).

Zu erreichen ist das Nationalmuseum mit dem Bus (Linien 1 A, 2 A, 6 A, 12, 15, 26, 29, 33, 650 S, 901, 902) sowie der S-Bahn (København H).
 

Rosenborg Slot

Das romantische Renaissanceschloss galt als Lieblingssitz von Christian IV. Er ließ es zwischen 1606 und 1617 erbauen. Später wurde es erweitert und im Jahr 1759 restauriert. Lange diente Rosenborg Slot als Vergnügungsschloss vor allem für rauschende Feste. Erst durch Frederik IV. wurde es zum Lustschloss umfunktioniert und verlor somit an Bedeutung. Mittlerweile wurden die herrschaftlichen Räume zum Museum umgestaltet. Eine bedeutende Attraktion sind hier die in der Schatzkammer ausgestellten Kronjuwelen.

Ebenfalls beeindruckend ist der große Rittersaal, der sich im zweiten Stock des Museums befindet. Im königlichen Garten, von dem das Schloss umgeben ist, hat der Besucher die Möglichkeit, bei einem Spaziergang zu entspannen und den Alltag für eine Weile zu vergessen.

Rosenborg Slot ist mit dem Bus (Linien 5 A, 6 A, 14, 26, 42, 43, 184, 185, 173 E, 150 S, 350 S) und der Metro (Station „Nørreport) zu erreichen.

 

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