Helsinki


Helsinki ist die Hauptstadt der Republik Finnland und befindet sich im Süden des Landes direkt an der Ostseeküste in der finnischen Landschaft Uusimaa. Mit fast 570.000 Einwohnern ist Helsinki die größte Stadt Finnlands. Im Großraum der Hauptstadt leben heute rund eine Millionen Menschen. Wie in andern Landesteilen Finnlands sprechen auch in Helsinki einige Einwohner schwedisch. Es handelt sich hierbei jedoch um eine Minderheit von etwa sechs Prozent.
 

Entwicklung der Stadt

Dom in Helsinki

Der Dom von Helsinki

Bereits während der Wikingerzeit ließen sich an der südfinnischen Küste einige Nordmänner nieder. Doch erst während dreier Kreuzzüge zwischen 1155 und 1362 erfolgte eine planmäßige Einwanderung und Finnland wurde zu einer schwedischen Provinz. Als Gegengewicht zu dem auf der anderen Seite des finnischen Meerbusen liegenden und wirtschaftlich starken Tallinn gründete der schwedische König Gustav Vasa im Jahre 1550 die Stadt Helsinki. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Bedrohung durch Russland immer stärker und so beschloss das schwedische Reich im Jahre 1748 den Bau einer großen Seefestung. Nach einem einjährigen Krieg 1808/09 verlor schließlich Schweden die Provinz Finnland an den russischen Zaren.

Unter russischer Herrschaft wurde das damals nur 3.500 Einwohner zählende Helsinki schließlich im Jahr 1812 zur Hauptstadt Finnlands erklärt, und die Architekten C. L. Engel und J. A. Ehrenström wurden damit beauftragt, den Ausbau der Stadt voran zu treiben. Als Vorbild sollte hierfür Sankt Petersburg dienen. Bis heute gilt die Stadt als eine Hochburg des Neoklassizismus. Nach der Oktoberrevolution in Russland wurde Finnland im Jahr 1917 eine eigenständige Republik und  Helsinki wurde zur Hauptstadt ernannt. Auf der heutigen Festungsinsel Suomenlinna zog finnisches Militär ein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem Finnland zunächst die Sowjetunion und später Deutschland bekämpfte, beschloss die Regierung in Helsinki die Zustimmung eines Beistandsabkommens mit der UdSSR, das Finnland eine neutrale Rolle zwischen Ost und West gab.

Im Jahre 1952 richtete die finnische Hauptstadt die Olympischen Sommerspiele aus. Ursprünglich war Helsinki als Austragungsort der Spiele von 1940 vorgesehen, die aber wegen des Krieges ausgefallen waren. Sieben Jahre nach dem Weltkrieg bekam die Stadt schließlich aufgrund des Sportereignisses ein neues Gesicht und die Infrastruktur blühte auf. Aufgrund der gestiegenen Bekanntheit reisten auch zunehmend Touristen in die Stadt.

In den frühen 1990er Jahren kam es in Finnland zu wirtschaftlich straken Problemen aufgrund des Zusammenbruchs des Ostens. Erst der Beitritt zur Europäischen Union 1995 verhalf Finnland zu einem rasanten Aufschwung. Die Volkswirtschaft wurde schließlich so stabil, dass das Land bereits 1999 den Euro einführen konnte. Im Jahr 2000 war Helsinki zusammen mit acht anderen Metropolen Kulturhauptstadt Europas. Zugleich feierte die Stadt ihr 450. Jubiläum.
 

Anreise nach Helsinki

Flugzeug

Finnair-Bus vor dem Hauptbahnhof

Finnair-Bus vor dem Hauptbahnhof

Von Mitteleuropa aus bieten zahlreiche Fluggesellschaften regelmäßige Direktverbindungen in die finnische Hauptstadt an, so zum Beispiel die Lufthansa, Air Berlin, Finnair, SAS, Swiss und Austrian Airlines. Auch einige Billigflieger wie Germanwings oder Ryanair fliegen in den letzten Jahren vermehrt Helsinki an. Der internationale Flughafen Helsinki-Vantaa liegt rund 20 km nördlich des Stadtzentrums. Der Transfer von dort in die Innenstadt ist relativ unkompliziert. Die Busse der Finnair verbinden alle 20 Minuten den Flughafen mit dem Hauptbahnhof Helsinkis, der sich unweit der Altstadt befindet. Alternativ stehen auch die Buslinie 615 und natürlich Taxis zur Verfügung.

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Schiff

Wer mehr Zeit hat und vor Ort mit dem eigenen Pkw mobil sein möchte, kann auch mit der Autofähre anreisen. Von Deutschland aus besteht eine Verbindung von Rostock mit der Reederei Tallink Silja Line. Von Stockholm sowie von Tallinn aus verkehren regelmäßig die Fähren der Reedereien Tallink Silja Line und Viking Line. Auch zahlreiche Kreuzfahrtschiffe steuern während ihrer Fahrten über die Ostsee Helsinki an. Jährlich werden hier rund 260 Anlandungen verzeichnet. Sowohl die Fähren als auch die Kreuzfahrtschiffe legen am alten Hafen direkt an der Halbinsel Katajanokka an. Von dort aus ist das alte Zentrum in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Für weitere Strecken steht die Straßenbahnlinie 4 und 4T zur Verfügung.

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Sehenswürdigkeiten

Helsinki zählt zu den Hochburgen des Neoklassizismus. Nachdem die Stadt im Jahre 1812 Russland zufiel, beauftragte der russische Zar die beiden Architekten C. L. Engel und J. A. Ehrenström mit dem den Ausbau der Stadt. Hierfür sollte Sankt Petersburg als Vorbild dienen.

Unter ihnen entstand zu jener Zeit der Senatsplatz, der heute einer der markantesten Plätze in der Altstadt ist. Mittelpunkt des Platzes ist eine Statue des russischen Zaren Alexander II. Der Platz wird im Osten begrenzt vom Regierungspalais, in dem sich das Büro des Ministerpräsidenten befindet. Im Westen des Platzes befindet sich die Universität und deren Bibliothek. Vom Senatsplatz aus zieht aber vor allem die von weitem sichtbare, in hellem Weiß erstrahlende Domkirche die Blicke auf sich. Der in den Jahren 1832 bis 1852 erbaute Dom ist das Wahrzeichen der Stadt Helsinki und ist vom Senatsplatz aus über eine steile Treppe zu erreichen.

Uspensiki Kathedrale

Uspensiki Kathedrale

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist die russisch-orthodoxe Uspenski-Kathedrale aus dem Jahre 1868 mit ihren goldenen Zwiebeltürmen, die vom Senatsplatz aus bequem zu Fuß erreichbar ist und auf der  Halbinsel Katajanokka steht. Sie ist die größte russisch-orthodixe Kirche Nordeuropas außerhalb Russlands.

Nicht weit von der Uspenski-Kathedrale befindet sich der Marktplatz am Südhafen. Dort kann der Besucher zwischen vielen bunten Ständen bummeln. Mitten in dem bunten Treiben bieten die Händler neben Fisch und Fleisch, Blumen, Obst und Gemüse auch Souvenirs und Rentierfelle an. Empfehlenswert ist auch der Besuch der benachbarten und aus rot-weißen Backsteinen erbauten Markthalle aus dem Jahr 1888. Hier werden zahlreiche frische Delikatessen aus der Ostsee angeboten.

Weitere sehenswerte Gebäude am Marktplatz sind das Stadthaus und der Präsidentenpalast. Im Westen des Marktes schließt der längliche Park Esplanaden an. Dort findet der Besucher etwas Ruhe vor dem hektischen Treiben der Stadt. Empfehlenswert ist der Besuch des hübschen Cafés Kappeli mit seiner großen Terrasse im östlichen Teil der Esplanade. Entlang der Parkanlage und der angrenzenden Straße stehen weitere sehenswerte Häuser, wie beispielsweise das im Jahre 1887 eröffnete Nobel-Hotel Kämp.

Am Ende der Esplanaden, beim traditionsreichen Kaufhaus Stockmann, beginnt die große Avenue "Mannerheimintie”, die sich als Hauptverkehrsader in Richtung Nordwesten durch die Stadt zieht. Folg man ihr ein Stück nach Norden, gelangt man in die Nähe des Hauptbahnhofs. Dieser ist ein monumentaler Bau der späten Jugendstil-Epoche und wurde im Jahre 1916 fertig gestellt. Direkt nebenan befindet sich das im Jahre 1902 fertig gestellte finnische Nationaltheater und gegenüberliegend die Nationalgalerie Ateneum.

Folgt man der "Mannerheimintie” weiter nach Nordwesten vorbei an dem im neo-klassizistischen Stil erbauten Parlamentsgebäude und der Finlandia-Halle, einem Konzert- und Kongressgebäude, gelangt man zum Olympia-Gelände. Hier fanden im Jahre 1952 die Olympischen Sommerspiele statt. Von dem 72 Meter hohen Aussichtsturm am Olympiastadion hat man einen hervorragenden Blick auf die Stadt.

Mit einer Fläche von gut 30 Prozent des Stadtgebietes verfügt Helsinki auch über relativ viele Parkanlagen, von denen der in den 1830er Jahren entstandene Park Kaivopuisto der wohl bekannteste ist. Von den Felsen des Kaivopuisto Parks hat man einen wunderschönen Blick auf die Schärenlandschaft vor der Küste der Stadt bis zur Insel Suomenlinna.

Vom Marktplatz aus bringt eine Fähre Einheimische und Besucher innerhalb von ca. 15 Minuten auf die sehenswerte Festungsinsel Suomenlinna. Sie diente ab 1748 der Verteidigung Helsinkis. Sie wurde 1809 von Russen eingenommen und 1855 zu großen Teilen zerstört. Auch im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde Suomenlinna noch militärisch genutzt. Seit 1978 ist die Insel frei von Streitkräften und inzwischen von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden.

 Weitere Informationen in Form eines Stadtrundgangs in Bildern finden Sie in der Fotogalerie Helsinki.
 

Unterwegs in Helsinki

Sightseeing-Bus am Senantsplatz

Sightseeing-Bus am Senantsplatz

Innerhalb der Altstadt lassen sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Senatsplatz und Dom, Uspenki-Kathedrale, Markplatz und Esplanaden problemlos zu Fuß erkunden. Für weitere Strecken ist die Tram ein günstiges Verkehrsmittel. Insbesondere die Linie 3T und 3B passieren auf ihrer Fahrt durch die Stadt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Hierfür lohnt der Kauf einer Tageskarte, die im ganzen Stadtgebiet 24 Stunden lang Gültigkeit hat. Auch kann der Erwerb der Helsinki-Card in Erwägung zu ziehen. Neben freier Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln, darunter auch die Fähre zur Insel Suomenlinna und der Zoo-Insel, erhält man freien Eintritt in alle Museen und zahlreiche weitere Vergünstigungen. Auch eine 90-minütige Stadtrundfahrt im Sightseeing-Bus ist in der Helsinki-Card enthalten.

Eine schöne Möglichkeit Helsinki kennen zu lernen ist auch eine Sightseeing-Tour per Boot. Die Reedereien Royal Line und Sun Lines organisieren Ausflugsfahrten durch das Stadtgebiet und die Schären. Bei diesen Fahrten sind auch die Festungsinsel Suomenlinna sowie die Zoo-Insel vom Wasser zu sehen.
 

Essen & Trinken

In Helsinki findet man zahlreiche gute Restaurants, Bars und Kneipen, die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben. Ein paar wenige davon sollen hier kurz vorgestellt werden:

Café Fazer, Kluuvikatu 3, 00100 Helsinki
Über Helsinkis Grenzen hinaus bekanntes Kaffeehaus, das vor allem für seine Backwaren, Pralinen und Schokalade berühmt ist. Die Produkte lassen sich auch abgepackt als Souvenir mitnehmen.

Kappeli, Eteläesplanadi 1, 00130 Helsinki
In der Parkanlage Esplanaden gelegenes Holzhaus mit netter Atmosphäre. Das Kappeli gilt in Helsinki als eine Institution und bietet neben einer Bar und einem Café (mit Selbstbedienung) auch ein Restaurant mit Speisen à la carte. Schöne Terrasse!

Kellarikrouvi, Pohjolnen Makaslinikatu 6, 00130 Helsinki
Im Erdgeschoss eines denkmalgeschützten Hauses befindet sich eine Bar und in dem Gewölbekeller findet der Gast gute finnische Küche zu nicht überhöhten Preisen.

Hotel Kämp, Pohjolsesplanadi 29, 00100 Helsinki
Luxushotel mit 164 Zimmern und einem Restaurant, das zu den besten in Nordeuropa zählt. Etwas legerer ist es in der “Brasserie & Wine Bar” und auf der Café Terrasse.
 

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