Spitzbergen (Svalbard)


Geographie & Klima

Am Ende der Kreidezeit vor rund 60 Millionen Jahren befand sich das heutige Spitzbergen noch nördlich von Grönland. Mit der Öffnung des Nordatlantiks bewegte sich die Inselgruppe nach Südosten. Die offizielle Bezeichnung der Inselgruppe ist Svalbard. Im deutschen Sprachgebrauch hat sich jedoch der Name der Hauptinsel Spitzbergen durchgesetzt. Der Name Svalbard bedeutet „Kalte Küste” und stammt aus der Zeit der Wikinger, die schriftlichen Aufzeichnungen zufolge bereits im 12. Jahrhundert die Inseln besuchten. Heute ist Spitzbergen eine zu Norwegen gehörende Inselgruppe im Nordatlantik bzw. Arktischen Ozean. Sie befindet sich nördlich des Polarkreises, rund 840 km nördlich des Nordkaps und 1.315 km südlich des Nordpols.

Die Fläche des Archipels entspricht mit 61.022 qkm fast zwei Drittel der Größe Islands. Die Küstenlänge beträgt 3.587 Kilometer. Der Berg Newtontoppen ist mit 1.717 Metern die höchste Erhebung Spitzbergens. Die Küsten Spitzbergens sind von Fjorden geprägt und rund 60 Prozent des Inlandes sind vergletschert.

Das Klima um Svalbard ist arktisch und es gibt ganzjährig hohe Niederschläge. Im Sommer sind die Küstenregionen nur für wenige Wochen schneefrei. Aufgrund eines Ausläufers des Golfstroms sind die Fjorde im Winter jedoch nur zeitweise zugefroren.
 

Flora und Fauna

Eisbär

Mit rund 3.000 Tieren leben auf Svalbard etwa genauso viele Eisbären wie Menschen.
Foto: © outdoorsman / FOTOLIA

Die Pflanzenwelt auf Spitzbergen ist eine typische Tundrenvegetation und damit nicht sehr artenreich. Es gibt lediglich nur einige Moose und Flechten.

Die Tierwelt ist hingegen etwas vielfältiger. An großen Landsäugetieren begegnet man nur Rentieren, Eisbären und Polarfüchsen. Um die Hauptstadt Longyearbyen herum wurden auch schon Feldmäuse geschtet, die jedoch wahrscheinlich von Schiffen eingeschleppt wurden. An den Küsten und im Meer um Sitzbergen leben zahlreiche Walarten, wie beispielsweise Grönlandwale, Furchenwale, Narwale und Weißwale. Außerdem begegnet man neben Walrössern auch verschiedenen Robbenarten, wie der Sattelrobbe, der Ringelrobbe, der Bartrobbe und vereinzelt auch die Klappmütze. Vor allem die Robben sind Nahrungsgrundlage der rund 3.000 Eisbären, die auf der Inselgruppe Svalbard leben. Sie sind der Grund, weshalb man sich außerhalb der Stadt nur mit einem Gewehr bewaffnet über die Inseln bewegen darf. Der Abschuss der mächtigen Raubtiere ist jedoch nur in allergrößter Gefahr erlaubt. Eisbären stehen weltweit unter Schutz.

Die Vogelwelt Spitzbergens umfasst vor allem verschiedene Alkenvögeln, wie die Dickschnabellumme, die Gryllteiste, der Krabbentaucher, der Papageientaucher und die Trottellumme. Sie alle brüten auch auf den Inseln. Außerdem begegnet man verschiedenen Möwenarten, der Küstenseeschwalbe und dem Sterntaucher. An Entenvögeln brüten die Ringelgans, die Kurzschnabelgans, die Weißwangengans und die Eiderente auf Svalbard.
 

Geschichte

Bereits in Schriften der Wikinger aus dem Jahr 1194 wird Svalbard erwähnt. Als offizieller Entdecker gilt jedoch Willem Barents, der am 25. Juni 1596 die Inselgruppe sichtete. Er benannte das Land nach den spitzen Bergen an der Westküste der Hauptinsel. Aufgrund der zahlreichen Wal- und Walrossbestände wurden in den folgenden Jahhunderten zahlreiche Fangexpeditionen unterschiedlichster Nationen durchgeführt. Dies führte zu einer starken Dezimierung der Bestände, so dass der Fang im hohen Norden schließlich zum Erliegen kam.

Die Besiedlung Spitzbergens erfolgte mit Beginn des 20. Jahrhunderts wegen reicher Kohlevorkommen. John Munroe Longyear gründete 1906 die erste Grubensiedlung und nannte sie Longyearbyen (“Longyear-Stadt”). Sie ist heute die Hauptstadt Spitzbergens und Zentrum des Luftverkehrs über den Inseln. Am 9. Februar 1920 wurde in Paris der Spitzbergenvertrag unterzeichnet. Durch ihn erhielt Norwegen die Souveränität über den Archipel von Svalbard inklusive der Bäreninsel und Hopen. Unterzeichner waren zahlreiche europäische Länder sowie die Vereinigten Staaten. Der Vertrag sollte die Entwicklung und friedliche Nutzung Svalbards sicherstellen.  1935 unterzeichnete auch die Sowjetunion den Vertrag. 1925 erlangte Norwegen die Souveränität über Svalbard. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Longyearbyen und andere Siedlungen bei Gefechten um den strategisch wichtigen Zugang zum russischen Nordmeer fast vollständig zerstört. Dabei gab es auch Tote und Verletzte. Überreste menschlicher Kultur von vor dem Krieg sind heute denkmalgeschützt, wie beispielsweise alte Grubenbahnen und Hütten.

Heute leben auf Svalbard rund 3.000 Menschen, davon 1.800 in der Hauptstadt Longyearbyen, wo sich seit 1993 sogar die  Universität UNIS (University Centre in Svalbard) befindet. In der russisch-ukrainische Siedlung Barentsburg leben weitere 900 Menschen. Die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Norwegern und Russen. Sie arbeiten vorrangig in der Forschung, dem Bergbau oder dem Tourismus, der in den vergangenen Jahren in den Sommermonaten an Bedeutung gewonnen hat.
 

Tourismus

Die touristische Hauptsaison liegt im Sommer zwischen Anfang Juni und Mitte August. In dieser Zeit kommen Gäste vor allem nach Longyearbyen. Da auf dem Archipel geschätzte 3.000 Eisbären leben, ist es nicht erlaubt, die Ortschaften unbewaffnet zu verlassen. Auch wird für Wanderungen außerhalb der so genannten Area 10 eine Genehmigung des Sysselmannes benötigt. Die Anmeldung genehmigungspflichtiger Touren sollte frühzeitig erfolgen. Viele Reiseveranstalter bieten die Erkundung der Inseln auf Schiffen an, die die Inselgruppe umrunden und dabei auch Landgänge organisieren.

Auch wird Spitzbergen häufig von Kreuzfahrtschiffen angesteuert. Einige Reedereien bieten Fahrten durch den Nordatlantik an, auf denen neben den Island und Norwegen auch in Spitzbergen angelegt wird.
 

Eckdaten Spitzbergen

 

 

Lage:

74° bis 81° nördliche Breite
10° bis 35° östliche Länge
 

 

 

Fläche:

61.022 qkm

 

 

Höchster Berg:

Newtontoppen (1.717 m)

 

 

Hauptstadt:

Longyearbyen

 

 

Einwohner:

ca. 3.000

 

 

Land:

Norwegen

 

 


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