Mittsommernacht in Schweden


Die Mittsommernacht und das darauf folgende Mittsommerfest ist bekannt für Schweden und andere Länder Nordeuropas. Nachfolgend finden Sie nähere Informationen zu dem alten Brauch und den Festlichkeiten.
 

Ursprung des Mittsommerfestes in Schweden

Das Mittsommerfest (schwedisch: Midsommar) und die darauf folgende Mittsommernacht wird insbesondere in den Nordischen Ländern als Feierlichkeit zur Sommersonnenwende begangen. Auf der Nordhalbkugel der Erde findet die Sommersonnenwende am 21. Juni statt. An diesem Tag hat die Sonne ihren mittäglichen Höchststand am Horizont. Nach diesem Datum werden die Tage  - umgangssprachlich gesagt - wieder “kürzer”. Maßgebend für den Mittsommertag war in Skandinavien jedoch von je her der Julianische Kalender, der vor dem Gregorianischen Kalender seine Gültigkeit hatte und durch letzteren ab dem 16. Jahrhundert abgelöst wurde. Nach dem Julianischen Kalender fällt die Sommersonnenwende auf den 24. Juni.

Ein Gesetz aus dem Jahre 1953 legt das Datum der Feierlichkeiten auf den Samstag zwischen dem 20. und dem 26. Juni statt. Der Freitag vor Midsommar wird als Mittsommerabend (schwedisch: midsommarafton) bezeichnet, die Nacht zum Samstag ist die Mittsommernacht und der Samstag der Mittsommertag (schwedisch: midsommardag).

Im Gegensatz zu anderen Nordischen Ländern hat das Mittsommerfest in Schweden keinen christlichen Hintergrund. Die Ursprünge liegen wahrscheinlich auf kultische Handlungen zur Sommersonnenwende in vorgeschichtlicher Zeit zurück, denn viele Sonnenwendfeiern im Norden Europas haben germanischen oder keltischen Ursprung.

Bräuche zum Mittsommerfest

In Schweden ist das Mittsommerfest nach Weihnachten das zweitgrößte Fest des Landes. Bereits an dem Freitag vor dem Mittsommertag bleiben viele Geschäfte im Land geschlossen, obwohl es sich hierbei um keinen einen offiziellen Feiertag handelt. Der Mittsommertag selbst ist in Schweden ein gesetzlicher Feiertag. Mittsommer wird mit zahlreichen Traditionen und Bräuchen gefeiert. Die traditionsreichsten Mittsommerfeiern finden in der Regel auf dem Land statt.

Mittsommerstange (Mittsommerbaum)

Überall im Land werden in Dörfern und Städten am Mittsommerabend die so genannte Mittsommerstange (midsommarstången) oder Maistange (majstången) aufgestellt. Das Wort Maj im schwedischen Original stammt aus dem früheren Verb maja, das soviel wir “schmücken” bedeutet.  wird. Bekannt ist diese mit Blättern und Blumen geschmückte Stange auch als Mittsommerbaum. Er wird

Eine Verwandtschaft mit dem mitteleuropäischen Maibaum, der zum 1. Mai aufgestellt wird, ist dennoch gegeben. Möglicherweise ist der Brauch über den Einfluss der Deutschen nach Skandinavien gekommen. Doch auch der Ursprung des deutschen Maibaums ist bis heute unklar. Sicher ist zumindest, dass bereits die Wikinger in der Nacht zum 1. Mai einen geschmückten Pfahl, den so genannten einen Thorsbaum, aufstellten.

Essen, Musik & Tanz

Der Mittsommerbaum ist Mittelpunkt der schwedischen Feierlichkeiten in der kürzesten Nacht des Jahres. Zu traditioneller Volksmusik tanzen Jung und Alt um die mit Birkengrün und Blumen geschmückte Stange. Bei den Tänzen handelt es sich vorrangig um alte Spiel- und Ringtänze. Je länger der Abend voranschreitet, desto mehr setzen sich zu später Zeit moderne Musik der jüngeren Leute durch, die bis tief in die Nacht anhält.

Gekleidet wird sich zum Mittsommertag in einem traditionellen, gehobenen Stil. Frauen und Mädchen ziehen meist weiße Kleider an und flechten sich bunte Bänder ins Haar. Kinder bekommen oft einen Kranz aus Blumen auf den Kopf gesetzt. Gelegentlich werden auch Trachten getragen.

Gegessen werden zu Mittsommer gerne die ersten Jungkartoffeln zusammen mit Hering und Sauerrahm, die meist mit einigen schwedischen Kräuterschnäpsen verzehrt werden. Als Nachtisch werden frische Erdbeeren mit Schlagsahne gereicht.

Aberglaube

Früher sprach man in Schweden der Mittsommernacht magische Kräfte zu, in der Elfen tanzen und sich Trolle im Wald aufhielten. Der Morgentau, so glaubte man, habe heilende Wirkung und man sammelte ihn daher in Behältern, um ihn in Lebensmitteln zu verarbeiten.

Jungen Mädchen und unverheirateten Frauen wurde nahegelegt, am Mittsommerabend sieben verschiedene, wilde Blumen zu pflücken und gebunden unter das Kopfkissen zu legen. Dann würde ihr nachts im Traum der zukünftige Ehemann begegnen. Es wurde den jungen Damen aber empfohlen, am nächsten Tag nicht von dem Traum zu erzählen, denn dann würde der Traum nicht in Erfüllung gehen. Heute sammeln nur die abergläubischsten Schwedinnen noch Blumen vor der Mittsommernacht.

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